Leder und sein ruf

Leder hat im Laufe der Zeit aufgrund der teilweisen erschreckenden Herstellungsprozesse und Arbeitsbedingungen viele Abnehmer verloren. Verständlich und absolut nachvollziehbar, bei den ganzen Schlagzeilen die uns heutzutage dazu bekannt sind und den Konsumenten die Augen öffnen.

 

Eigentlich ist Leder, teilweise auch heute noch immer, ein sehr wertvolles „Abfallprodukt“ der Fleischindustrie. Da viele Fleischkonsumenten heutzutage am liebsten täglich Fleisch essen wollen, allerdings nicht bereit sind viel Geld dafür zu bezahlen, verdienen die Fleischer tatsächlich fast mehr Geld mit der Haut als mit dem eigentlichen Fleisch. (Kleintierfelle wie Hund oder Kaninchen werden bekanntlich nur des Felles wegen gezüchtet, hauptsächlich in Fernost).

 

Wie die Herstellung von Leder in Fernost erfolgt, beweist immer wieder die Tierschutzorganisation Peta mit Fotos, Videos und Beträgen. Doch die Herstellung in Europa und die unzumutbaren tatsächlichen Arbeitsbedingungen in der Lederindustrie werden uns oftmals vorenthalten (siehe Wissenswerte Fakten).

 

Viele Konsumenten versuchen deshalb auf lederfreie Bekleidung auszuweichen. Dabei ist Fakt: Kein künstliches Material kann die tatsächlichen Eigenschaften von Leder nachahmen. Das wird auch künftig nicht so sein. Es ist und bleibt ein Naturmaterial mit besonderen Eigenheiten, die kein künstlich hergestelltes Material erreichen kann.

 

Trotzdem wird auch der Verzicht auf Leder langsam als Trend sichtbar. Viele versuchen tierische Produkte zu vermeiden und fühlen sich damit grundlegend besser.

 

Allerdings gibt es dazu einen wichtigen Gedanken:

 

Es ist nicht unbedingt besser auf Leder zu verzichten, gleichzeitig aber Menschenleid in Kauf zu nehmen. Menschen, die sich zu Tode arbeiten, Kinderarbeit, Familien, die trotz harter Arbeit hungern müssen. Menschen, die ohne ihr Wissen von der Textilindustrie verseucht werden, da die Abwässer in die Flüsse geleitet werden und noch viele weitere, tiefgreifende Probleme. Damit wir hierzulande ein veredeltes Kleidungsstück kaufen können, zahlen Menschen in den Produktionsländern mit ihrem Leben. Ohne Schutzmasken oder Schutzkleidung bearbeiten sie unsere Kleidungsstücke.  

Das alles, damit wir eine Jeans tragen können?

 

Einige Berichte zeigen auch, wie sehr Hersteller in Deutschland, vor allem Gerber darunter leiden. Das schlechte Bild wird auch auf sie angewendet, alle werden in dieselbe „Tüte“ geworfen.

Vor allem Lederwaren, die mit Chrom gegerbt werden, werden teils verpönt. Allerdings oft zu unrecht, denn chromgegerbtes Leder ist noch immer zeitgemäß, es kann höchste Qualität aufweisen. Alternativen dazu bietet vor allem pflanzlich gegerbtes Leder. Pflanzlich gegerbtes Leder benötigt allerdings wesentlich mehr Wasser und Energie als chromgegerbtes. Zudem ist die Abholzung oder der Anbau der verwendeten Pflanzen zu beachten. Auch das entstandene Abwasser von vegetabil gegerbtem Leder lässt sich schwieriger reinigen, als das von chromgegerbtem.

 

Bei chromgegerbtem Leder ist die Gefährlichkeit vor allem von der Oxidation abhängig. Im Gerbfass werden die Häute mit dem ungefährlichen Chrom III behandelt, welches in geringen Maße sogar in unserem Trinkwasser auftritt. Bei qualitativ schlechten Gerbstoffen oder unachtsamer Gerbung (z.B. einem schnellen und billigen Gerbprozess) kann der Stoff Chrom VI entstehen, welcher bei Hautkontakt Allergien oder bei Mitarbeitern der Herstellern sogar Krebs auslösen kann. Chrom VI ist in Deutschland schon lange verboten.

 

Was aber ist dann das beste Leder und was kann ich mit gutem Gewissen kaufen?

 

Hierzulande gibt es den Verband der deutschen Lederindustrie. Mitglieder des VDL

müssen folgende Anforderungen erfüllen:

 

-       energieeffiziente und ressourcenschonende Herstellung

-       Umweltgerechte Produktionsprozesse

-       Substitution von gesundheitsgefährdenden Stoffen

-       Soziale Arbeitsbedingungen und ein Höchstmaß an Arbeitsschutz

 

 Quelle: http://vdl-web.de/oekologie/

 

Zudem besitzen die meisten Gerber in Deutschland verschiedene Auszeichnungen für umweltfreundliche Lederherstellung. Meist werden alle Arbeitsschritte transparent aufgelistet und sogar angegeben, woher die Häute stammen. (Vergleiche mit Webseiten geben oftmals schon einen Einblick, wie viel Auskünfte hierzulande gegeben sind.) Ob vegetabil oder chromgegerbtes Leder, beide Arten werden in Deutschland unter höchsten Auflagen ressourcenschonend, energieeffizient, fair und transparent hergestellt. Schadstoffe müssen die Konsumenten hier nicht fürchten.

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Dörpwicht

Huso Huso Studios

Hannover, DE

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